Akku-Rasenmäher: Volt, Ah und Rasenfläche verstehen
18 V, 36 V, 40 V, Ah und Wh einfach erklärt: welcher Akku-Rasenmäher zu welcher Fläche passt, Akkusysteme, Winterlagerung und die Frage nach der 12-V-Batterie.


Wer einen Akku-Rasenmäher sucht, stößt auf viele Zahlen: 18 V, 36 V, „40 V Max“, 2,5 Ah, 4,0 Ah, 72 Wh. Dazu kommen Akkusysteme mit Namen wie Power X-Change, PowerShare oder Power for All. Dieser Ratgeber erklärt, was hinter den Angaben steckt, wie man daraus abschätzt, ob ein Mäher zur eigenen Rasenfläche passt, wie man die Akkus über den Winter bringt und warum die Suche nach einer „Rasenmäher-Batterie 12V“ meist etwas ganz anderes meint. Am Ende stellen wir drei Akkumäher aus unserem Vergleich vor.
Die Zahlen zu den Modellen stammen von den Herstellerseiten und aus den Produktbeschreibungen bei Amazon. Einen eigenen Mähversuch haben wir nicht durchgeführt.
Volt, Amperestunden, Wattstunden: die drei Grundgrößen
Volt (V) ist die Spannung. Sie sagt etwas über die Leistungsklasse eines Geräts aus, aber nicht darüber, wie lange es läuft. Gartengeräte mit Wechselakku arbeiten meist mit 18 V oder 20 V pro Akku. Größere Geräte wie Rasenmäher nehmen oft zwei Akkus gleichzeitig auf und kommen so auf 36 V oder 40 V.
Amperestunden (Ah) beschreiben die Ladung, die ein Akku speichert. Ein 4,0-Ah-Akku hat bei gleicher Spannung doppelt so viel Vorrat wie ein 2,0-Ah-Akku. Für einen Rasenmäher empfehlen die Hersteller in der Regel größere Akkus: Bosch rät beim ROTAK 18V2-43 ausdrücklich zu Akkus ab 4,0 Ah.
Wattstunden (Wh) sind die eigentliche Energiemenge und lassen sich einfach ausrechnen: Spannung mal Amperestunden. Ein 18-V-Akku mit 4,0 Ah hat also 72 Wh. Genau diese Zahl steckt in der Bezeichnung der Gardena-Akkus „PBA 18V/72“. Wer zwei Mäher vergleicht, sollte deshalb die Wattstunden des gesamten Sets betrachten, nicht nur die Voltzahl auf dem Karton.
Eine Einschränkung: Hersteller geben die Spannung nicht einheitlich an. Worx bezeichnet den WG749E als „40 V Max“ und seine Akkus als 20-V-Akkus, Einhell, Bosch und Gardena sprechen von 18-V-Akkus. Die Zahlen sind daher nicht ganz 1:1 vergleichbar.
Was heißt das für die Rasenfläche?
Die Hersteller geben zu jedem Set eine empfohlene Rasenfläche an. Mit den Wattstunden daneben ergibt sich ein gutes Bild:
| Modell | Akkus im Set | Energie im Set (rechnerisch) | Empfohlene Fläche laut Hersteller |
|---|---|---|---|
| Bosch ROTAK 18V2-43 | 2 x 18 V / 4,0 Ah | 144 Wh | bis 600 m² |
| Gardena PowerMax Duo 46/36V P4A | 2 x 18 V / 4,0 Ah (PBA 18V/72) | 144 Wh | bis 600 m² |
| Einhell GP-CM 36/47 S Li BL | 4 x 18 V / 4,0 Ah | 288 Wh | bis 700 m² |
| Worx WG749E | 2 x 20 V / 4,0 Ah | 160 Wh (auf Basis der 20-V-Angabe) | bis 800 m² pro Ladung |
Auffällig ist: Mehr Energie bedeutet nicht automatisch mehr empfohlene Fläche. Einhell hat doppelt so viel Energie im Set wie Bosch, nennt aber nur 700 m². Eine Begründung liefert Einhell nicht; eine naheliegende Rolle spielt der Radantrieb, der zusätzlich Strom braucht. Worx wiederum nennt trotz Radantrieb 800 m² pro Ladung. Die Flächenangaben der Hersteller entstehen also offensichtlich nicht nach einheitlichen Maßstäben und gelten jeweils für günstige Bedingungen.
In der Praxis kosten vor allem diese Faktoren Reichweite:
- Hohes oder nasses Gras: Der Motor muss mehr arbeiten.
- Radantrieb und Steigungen: Der Antrieb braucht Energie, bergauf noch mehr.
- Leistungsstufen: Gardena bietet PowerBoost, Einhell eine zweistufige Drehzahl, Worx regelt mit IntelliCut automatisch nach. Höhere Drehzahl kostet Laufzeit.
- Kühle Temperaturen: Lithium-Ionen-Akkus geben bei Kälte in der Regel weniger Energie ab.
Unsere Faustregel: Planen Sie eine Reserve ein. Liegt Ihr Rasen nahe an der Herstellerangabe, lohnt sich ein zweites Akkupaar oder ein Set wie das von Einhell, das gleich vier Akkus mitbringt.
Akkusysteme: einmal kaufen, mehrfach nutzen
Der vielleicht wichtigste Punkt beim Kauf ist nicht die Voltzahl, sondern das Akkusystem. Akkus sind teuer, und wer im Garten mehrere Geräte nutzt, spart, wenn alle mit denselben Akkus laufen. Die drei Systeme in unserem Vergleich:
- Power X-Change (Einhell): Laut Einhell lassen sich Akkus, Ladegeräte und Systemgeräte der Power-X-Change-Familie flexibel kombinieren. Der GP-CM 36/47 S Li BL nimmt vier 18-V-Akkus auf.
- PowerShare (Worx): Laut Produktbeschreibung bei Amazon sind die PowerShare-PRO-Akkus mit allen Worx-Geräten mit 20, 40 und 80 V kompatibel.
- Power for All Alliance (Bosch, Gardena und weitere): Ein markenübergreifendes 18-V-System. Gardena nennt auf der Produktseite mehr als 150 Produkte verschiedener Marken, die mit diesen Akkus laufen.
Systeme verschiedener Marken sind nicht untereinander kompatibel. Wer schon einen Akkuschrauber oder eine Heckenschere besitzt, sollte zuerst nachsehen, welches System darin steckt. Oft spart man dann mit einer Solo-Version des Mähers ohne Akku und Ladegerät, wie Bosch sie für den ROTAK 18V2-43 anbietet.
Laden und Ladegeräte
Auch das Ladegerät entscheidet, wie praktisch ein Akkumäher im Alltag ist. Worx liefert beim WG749E ein Doppelladegerät mit, das beide Akkus gleichzeitig lädt; der Hersteller nennt rund zwei Stunden Ladezeit. Einhell legt dem GP-CM 36/47 S Li BL zwei Twincharger bei. Bosch und Gardena nennen auf ihren Produktseiten keine Ladezeiten für die Sets. Wer seinen Rasen in einem Durchgang mähen möchte, aber nicht genug Akkus hat, muss die Ladezeit in die Planung einbeziehen.
Akkupflege im Winter
Lithium-Ionen-Akkus mögen weder Tiefentladung noch Frost. Für die Winterpause gelten deshalb einige Grundsätze, die sich in den Unterlagen der Hersteller wiederfinden:
- Nicht leer einlagern. Worx weist in der Produktbeschreibung bei Amazon darauf hin, die Akkus vor dem Benutzen oder Einlagern zu laden, weil ein Akku tiefentladen ankommen kann.
- Frostfrei und trocken lagern, also eher im Hauswirtschaftsraum oder Keller als im unbeheizten Gartenhaus.
- Akkus aus dem Gerät nehmen und die Kontakte sauber halten.
- Die Bedienungsanleitung beachten, denn die genauen Empfehlungen zu Ladezustand und Temperatur unterscheiden sich je nach Hersteller.
„Rasenmäher Batterie 12V“: die Starterbatterie des Benziners
Viele, die nach einer „Rasenmäher-Batterie 12V“ suchen, meinen gar keinen Akkumäher. Gesucht wird meist eine Starterbatterie für einen Benzinmäher mit Elektrostart. Diese Batterie hat mit dem Fahrakku eines Akkumähers nichts zu tun: Sie liefert nur Strom, um den Verbrennungsmotor anzudrehen. Gemäht wird mit Benzin.
Ein Beispiel aus unserem Vergleich ist der Hyundai LM4623G ES. Laut Bedienungsanleitung gehören Batterie und Ladegerät zum Lieferumfang; zum Starten zieht man den Motor-Schalthebel und drückt den Elektro-Start-Knopf. Fällt die Batterie aus, bleibt der Seilzug. Eine Spannung oder Kapazität der Starterbatterie nennen weder die Produktseite noch die Anleitung von Hyundai. Wer Ersatz sucht, sollte die Angaben auf der Batterie selbst ablesen oder beim Hersteller nachfragen, statt auf eine allgemeine 12-V-Batterie zu setzen.
Zur Pflege macht Hyundai klare Angaben: Je nach Nutzung muss die Batterie alle ein bis zwei Monate geladen werden. Sie soll nicht in Räumen lagern, die kälter als 5 °C oder wärmer als 40 °C werden können, ideal sind 15 °C. Bei längerer Lagerung soll man sie vollständig laden und etwa alle sechs Monate nachladen. Starterbatterien gelten bei Hyundai zudem als Verschleißteile und sind von der Garantie ausgenommen. Mehr zu Benzinmähern lesen Sie in unserem Ratgeber Benzin-Rasenmäher mit Antrieb.
Leiser, aber nicht ohne Regeln
Akkumäher sind leiser als Benziner. Gardena gibt für den PowerMax Duo 46/36V einen Schallleistungspegel von 90 dB(A) an, Hyundai für den Benziner LM4623G ES garantierte 96 dB(A). Die 32. BImSchV unterscheidet aber nicht nach Antrieb: Rasenmäher stehen im Anhang unter Nummer 32 und dürfen nach § 7 in Wohngebieten an Sonn- und Feiertagen ganztägig und werktags zwischen 20 und 7 Uhr nicht betrieben werden. Gemeinden können zusätzliche Ruhezeiten festlegen.
Drei Akkumäher aus unserem Vergleich

Für Gärten bis 700 m², die ohne Ladepause gemäht werden sollen: vier 4-Ah-Akkus, zwei Ladegeräte, Radantrieb und 47 cm Schnittbreite, dazu Akkus für das ganze Power-X-Change-System.

Für mittelgroße Gärten mit leichten Steigungen: Radantrieb bis 5,2 km/h, IntelliCut, zwei 4-Ah-Akkus mit Doppelladegerät und laut Hersteller bis 800 m² pro Ladung.

Für ebene Gärten bis 600 m²: zwei Messer auf 46 cm, 16,7 kg leicht und Akkus aus der markenübergreifenden Power for All Alliance.
Wer bereits Power-for-All-Akkus besitzt und einen kompakten Mäher ohne Radantrieb sucht, sollte sich auch den Bosch ROTAK 18V2-43 ansehen. Alle Modelle im Überblick finden Sie im Rasenmäher-Vergleich 2026.
Unser Rat in Kürze
Schauen Sie beim Akkumäher zuerst auf das Akkusystem, dann auf die Wattstunden des Sets und die vom Hersteller empfohlene Fläche, und planen Sie eine Reserve ein. Die Voltzahl allein sagt wenig. Lagern Sie die Akkus im Winter geladen, trocken und frostfrei. Und wer nach einer 12-V-Batterie sucht, braucht meist keinen neuen Mäher, sondern Ersatz für die Starterbatterie seines Benziners mit Elektrostart.
Quellen
- Offizielle Produktseite Einhell GP-CM 36/47 S Li BL (4 x 4,0 Ah), einhell.de
- Offizielle Produktseite Worx WG749E (englisch), eu.worx.com
- Offizielle Produktseite Gardena PowerMax Duo 46/36V P4A Ready-To-Use
- Offizielle Produktseite Bosch ROTAK18V2-43, bosch-diy.com
- Offizielle Produktseite Hyundai LM4623G ES (Hyundai Power Products)
- Originalbetriebsanleitung Hyundai LM4623G ES (PDF)
- § 7 der 32. BImSchV (Betrieb in Wohngebieten), gesetze-im-internet.de
- Anhang der 32. BImSchV (Geräteliste, Nr. 32 Rasenmäher), gesetze-im-internet.de
Häufige Fragen
Ist ein 36-V-Akkumäher stärker als ein 18-V-Gerät?
Nicht automatisch. Viele Mäher, die als 36-V-Gerät verkauft werden, arbeiten mit zwei 18-V-Akkus gleichzeitig, so etwa Einhell, Bosch und Gardena in unserem Vergleich. Für die Fläche entscheidend ist vor allem der Energievorrat in Wattstunden, also Spannung mal Amperestunden.
Wie viele Amperestunden brauche ich für meinen Rasen?
Die Hersteller geben meist eine empfohlene Rasenfläche für ein bestimmtes Akku-Set an: Bosch und Gardena 600 m² mit zwei 4-Ah-Akkus, Einhell 700 m² mit vier 4-Ah-Akkus, Worx bis 800 m² pro Ladung mit zwei 4-Ah-Akkus. Diese Werte gelten unter günstigen Bedingungen.
Passen Akkus verschiedener Marken in meinen Rasenmäher?
Nur innerhalb eines Akkusystems. Einhell nutzt Power X-Change, Worx PowerShare, Bosch und Gardena die markenübergreifende Power for All Alliance. Ein Einhell-Akku passt also nicht in einen Worx-Mäher.
Wie lagere ich die Akkus im Winter?
Nicht leer und nicht im frostigen Gartenhaus. Worx weist darauf hin, die Akkus vor dem Einlagern zu laden. Maßgeblich ist die Bedienungsanleitung des jeweiligen Herstellers.
Was ist mit „Rasenmäher Batterie 12V“ gemeint?
Meist die Starterbatterie eines Benzinmähers mit Elektrostart, nicht der Fahrakku eines Akkumähers. Sie dreht nur den Motor an. Spannung und Typ stehen am Gerät oder in der Anleitung; beim Hyundai LM4623G ES nennen Produktseite und Anleitung keine Spannung.